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Wann haftet ein GmbH-Geschäftsführer persönlich?

11.12.2018

Handelt ein Geschäftsführer nicht mit der gebotenen Sorgfalt, haftet er gegenüber der Gesellschaft für den verursachten Schaden. Auch anspruchsberechtigte Dritte können Schadenersatzansprüche in der Regel nicht gegen den Geschäftsführer persönlich, sondern nur gegenüber der Gesellschaft geltend machen.

Eine direkte Außenhaftung des Geschäftsführers gegenüber allenfalls geschädigten Gläubigern besteht nur im Zusammenhang mit der Verletzung von sogenannten „Schutzgesetzen“. So kann beispielsweise durch die Verletzung von Insolvenzantragspflichten, das Nichtabführen von Dienstnehmerbeiträgen zur Sozialversicherung oder die unterlassene Aufklärung über die schlechte wirtschaftliche Lage der Gesellschaft den Geschäftsführer mit Haftungsansprüchen konfrontieren. Auch strafrechtliche Handlungen eines Geschäftsführers, wie Bilanzfälschung, Betrug, Veruntreuung oder Kridadelikte führen dazu, dass dieser im Fall seiner Verurteilung direkt gegenüber den Geschädigten haftet. Die vorsätzliche bewusste Täuschung eines Geschäftspartners, wie zum Beispiel die bewusste Vorspielung falscher Tatsachen zum Abschluss eines Geschäfts, bedeutet bewusste Irreführung und damit persönliches Fehlverhalten.

Besondere Haftungsrisiken bestehen für den Geschäftsführer im Fall der Insolvenz einer Gesellschaft. Insbesondere im Falle einer Insolvenzverschleppung können geschädigte Gläubiger für die daraus erlittene Verschlechterung in der Vermögenslage der Gesellschaft (Quotenschaden) auf den Geschäftsführer zurückgreifen.