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Was ist ein Kindermehrbetrag?

01.04.2019

Alleinverdiener oder Alleinerzieher mit geringem Einkommen haben im Rahmen der Veranlagung Anspruch auf einen Kindermehr­betrag von bis zu 250 Euro je Kind, für das dem Steuer­pflichtigen oder seinem (Ehe-)Partner mehr als sechs Monate im Kalenderjahr ein Kinder­absetzbetrag zusteht. Der Kindermehr­betrag ergibt sich aus der Differenz zwischen der Tarifsteuer gemäß § 33 Abs 1 EStG vor Berücksichtigung aller Absetz­beträge und 250 Euro (dieser Betrag erhöht sich für jedes weitere Kind um 250 Euro). Der Betrag von 250 Euro wird bei ständigem Aufenthalt des Kindes in der EU, dem EWR oder der Schweiz ebenfalls anhand der tatsächlichen Lebenshaltungs­kosten für Kinder indexiert.

Für Kinder, die sich ständig in Drittstaaten aufhalten, und bei Bezug von steuerfreien Leistungen wie z.B. Arbeitslosengeld, Notstandshilfe oder an deren Stelle tretenden Ersatz­leistungen, Überbrückungshilfe sowie bei Bezug von Leistungen aus der Grundversorgung oder Mindest­sicherung (auch „Aufstocker“) an mindestens 330 Tagen im Kalenderjahr steht kein Kindermehr­betrag zu.

Beispiel:

Eine nichtselbständige Alleinerzieherin bezieht für zwei in Österreich lebende Kinder für mehr als sechs Monate im Kalenderjahr Familienbeihilfe. Ihre Tarif­steuer vor Berücksichtigung des Familien­bonus Plus und sonstiger Absetz­beträge beträgt 150 Euro.

Der Steuer­pflichtigen steht ein Kindermehr­betrag von 350 Euro zu (Differenz zwischen 500 Euro und der Tarifsteuer in Höhe von 150 Euro). 

Im Rahmen der Veranlagung ist folgende Erstattung möglich:

Steuer gemäß § 33 Abs 1 EStG

150 Euro

abzüglich Familien­bonus Plus (begrenzt mit Tarif­steuer)

–150 Euro

Zwischensumme

0 Euro

abzüglich Alleinerzieher­absetzbetrag für zwei Kinder

–669 Euro

abzüglich Verkehrs­absetzbetrag

–400 Euro

Negativ­steuer

–1.069 Euro

Maximaler Erstattungs­betrag gemäß § 33 Abs 8 EStG

1.069 Euro

+ Kindermehr­betrag

350 Euro

Erstattungs­betrag gesamt

1.419 Euro

Quelle:

RZ 810 a LStR idgF.