GmbH: Drittanstellung eines Geschäftsführers ist steuerlich anzuerkennen

Nach neuerer Ansicht des VwGH kann ein Geschäftsführer von der Gesellschaft, aber auch von einem Dritten angestellt werden. Demnach ist eine Trennung der organschaftlichen Funktion der Geschäftsführung von der Anstellung des Geschäftsführers und der Entlohnung in einer anderen Gesellschaft steuerlich anzuerkennen. Bisher wurden sog. Drittanstellungen von Geschäftsführern von der Finanzverwaltung nur innerhalb von Konzernstrukturen anerkannt, etwa wenn ein Angestellter einer Konzerngesellschaft eine Geschäftsführungs-funktion in einer Tochtergesellschaft des Konzerns ausgeübt hat, ohne dass das Anstellungsverhältnis auf diese überbunden wurde. 

Nunmehr ist klargestellt, dass auch ein Geschäftsführer einer Gesellschaft seine Funktion über eine ihm gehörende GmbH ausüben kann. Wird der Geschäftsführer von einer anderen Kapitalgesellschaft angestellt, dann steht er in Rechtsbeziehung zu jener Gesellschaft, bei der er angestellt ist und die ihn an die andere Gesellschaft verleiht (Anstellungsverhältnis). Die zwischen den Gesellschaften für die Gestellung des Geschäftsführers verrechneten Entgelte sind damit nicht mehr automatisch dem Geschäftsführer direkt zuzurechnen, wie dies von den Finanzbehörden bisher schematisch praktiziert wurde. Eine Direktzurechnung sollte demnach künftig nur mehr bei missbräuchlichen Gestaltungen möglich sein, wenn demnach keine außersteuerlichen Gründe für die gewählte Gestaltung angeführt werden können.
(VwGH 4.9.2014, 2011/15/0149)



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